Ein Baby kommt auf die Welt und das ältere Kind bekommt ein Geschwisterchen – eigentlich ein Geschenk, oder? Für das Kind kann es sich eher so anfühlen, als würde ungefragt jemand in sein Zimmer einziehen und nie wieder ausziehen. Wie du helfen kannst: vom zweijährigen Kind, das noch nicht versteht, was passiert, bis zum Schulkind, das nichts darüber sagt.
Zuerst: Auch du darfst ein bisschen traurig sein
Viele Eltern spüren neben der Vorfreude einen Stich Traurigkeit. Die Zeit, in der sie mit ihrem ersten Kind allein waren, geht zu Ende. Und wenn das Baby da ist, passiert manchmal etwas Merkwürdiges: Das Kind, das gestern noch dein Baby war, erscheint dir plötzlich riesig, mit grossen Füssen, lauter Stimme und spitzen Ellbogen. Vielleicht ärgerst du dich sogar darüber, wie viel Platz es einnimmt. Dann schläft es ein und du siehst, wie klein es noch immer ist.
Das bedeutet nicht, dass du etwas falsch machst. Es bedeutet, dass du verstehst, wie gross diese Veränderung für dein Kind ist. Und das ist ein guter Anfang. Du kannst dein Kind nicht vor allen schwierigen Gefühlen schützen, und das musst du auch nicht. Wichtig ist, dass es diese Gefühle haben darf und du dabei für es da bist.
In der Schwangerschaft: Erzähl es selbst und ehrlich
Erzähl deinem Kind selbst von dem Baby, bevor es die Nachricht von jemand anderem hört. Wann der richtige Zeitpunkt ist, hängt vom Alter ab. Für ein zweijähriges Kind bedeutet „in fünf Monaten“ noch nicht viel. Vielleicht wartest du, bis der Bauch sichtbar wird und sich zu Hause etwas verändert. Ein fünfjähriges Kind kann früher davon erfahren, Fragen stellen und mit euch überlegen. Hilf ihm mit einem Anhaltspunkt, den es kennt: nach seinem Geburtstag oder ungefähr dann, wenn ein vertrautes Familienfest stattfindet.
Sei ehrlich, wenn du erzählst, wie Babys sind. Wer einen sofortigen Spielgefährten erwartet, wird sonst enttäuscht. Du könntest sagen: „Babys sind am Anfang ziemlich langweilig. Sie können noch kein Lego bauen, sie essen, schlafen und weinen meistens. Aber wenn das Baby schläft, können du und ich den höchsten Turm bauen.“ Oder ihr schaut euch gemeinsam Babyfotos deines Kindes an: „Du warst auch mal so klein. Wenn du Hunger hattest, hast du geweint und ich bin zu dir gekommen.“
Soll das Kinderbett einem grösseren Bett weichen oder dein Kind in ein anderes Zimmer ziehen? Versucht, das einige Monate vor der Geburt zu machen. So fühlt es sich weniger an, als hätte das Baby ihm seinen Platz weggenommen. Veränderungen, die warten können, etwa der Abschied von Schnuller oder Windel, dürfen warten, bis sich alle etwas eingelebt haben.
Auch ein einjähriges Kind, das das Wort „Baby“ noch nicht versteht, merkt, dass sich etwas verändert: Auf deinem Schoss wird es mit wachsendem Bauch enger, du bist müder oder in der Ecke steht ein neues Bett. Vielleicht kannst du ihm das noch nicht erklären. Aber du kannst ihm Sicherheit geben: mit demselben Einschlafritual, derselben Geschichte und etwas mehr Zeit auf deinem Schoss.
Das erste Treffen: Wenn möglich mit freien Armen
Wenn du nur einen Tipp aus diesem Artikel mitnimmst, dann diesen: Versuche, das Baby nicht im Arm zu halten, wenn dein älteres Kind es im Krankenhaus kennenlernt oder wenn ihr zu Hause zur Tür hereinkommt. Leg das Baby sicher ab oder bitte jemanden, es zu halten. Dann hast du die Arme frei, um dein grosses Kind zuerst zu umarmen. Hat es nicht so geklappt? Das macht nichts. Es zählen die vielen kleinen Momente, nicht nur dieser eine.
Lass dein Kind selbst bestimmen, wie schnell es sich dem Baby nähert. Manche möchten es sofort halten. Andere schauen kurz hin und fragen dann, ob es Eis gibt. Beides sind ganz normale Reaktionen auf etwas, das sich nicht auf einmal begreifen lässt.
Manche Familien schenken dem älteren Kind etwas „vom Baby“. Es muss nichts Teures sein. Eine Kleinigkeit kann ihm zeigen, dass auch an es gedacht wurde.
Die Wochen danach: Wenn der Alltag beginnt
Der schwierigste Moment kommt oft nicht am ersten Tag. Vielleicht kommt er an einem Dienstag drei Wochen später, wenn der Besuch ausgeblieben ist und dein Kind begreift, dass das Baby bleibt. Und gerade wenn du dich zum Stillen oder Fläschchengeben hingesetzt hast, braucht dein dreijähriges Kind sofort Milch oder klettert aufs Bücherregal. Hab für solche Momente etwas bereit: ein Hörbuch, eine Schachtel mit Aufklebern, die nur dann hervorgeholt wird, oder ein Buch, das ihr gemeinsam auf dem Sofa lesen könnt, während das Baby trinkt.
Viele Kinder möchten wieder klein sein. Auch Fünf- oder Sechsjährige wollen vielleicht ein Fläschchen, möchten getragen werden oder sprechen wieder wie ein Baby. Manchmal zeigen sich solche Veränderungen erst nach Monaten (Quelle: der schwedische Gesundheitsdienst 1177, auf Schwedisch). Lass dein Kind eine Weile klein sein. Oft braucht es das dann gar nicht so lange. Und sag etwas seltener: „Du bist doch schon so gross.“ Auch grosse Kinder möchten manchmal klein sein.
Und irgendwann hörst du vielleicht: „Bring das Baby zurück.“ Erschrick nicht und schäm dich nicht. Benenne das Gefühl deines Kindes, statt ihm zu sagen, was es deiner Meinung nach fühlen sollte: „Du fandest es vorher besser. Das verstehe ich. Manchmal vermisse ich auch die Zeit, als wir allein waren.“ Bei einem dreijährigen Kind darf es noch einfacher sein: „Du bist wütend auf das Baby. Wütend sein ist okay. Aber wir hauen nicht.“
Ein Schulkind hat mehr Worte, aber nicht unbedingt weniger Gefühle. Ältere Kinder reissen sich manchmal lange zusammen und werden dann streitlustig, traurig oder auffällig angepasst. Gerade das Letzte lohnt sich zu beachten: Ein Kind, das plötzlich nie etwas zu brauchen scheint, braucht dich vielleicht besonders.
Zeit zu zweit und die erste Begrüssung
Schenk deinem älteren Kind jeden Tag einen Moment, der nur ihm gehört – auch mit dem Elternteil, der gerade besonders viel mit dem Baby beschäftigt ist. Es muss nicht lange sein, aber das Baby sollte diesmal nicht dabei sein: ein Besuch auf dem Spielplatz, ein Puzzle oder eine Geschichte im Bett des grossen Kindes bei geschlossener Tür.
Fang Besuch schon an der Tür ab und bitte darum, zuerst das ältere Kind zu begrüssen, bevor sich alle über das Baby beugen. Wer ein Geschenk für das Baby mitbringt, kann vielleicht auch eine Kleinigkeit für das Geschwisterkind dabeihaben. An solche Dinge erinnern sich Kinder manchmal noch, wenn die Babysachen längst zu klein geworden sind.
Ein Buch, in dem das Geschwisterkind die Hauptrolle spielt
Wenn sich alle Blicke auf das Baby richten, tut es dem älteren Kind gut, selbst einmal die Hauptrolle zu spielen. Ein personalisiertes Kinderbuch kann ihm genau das schenken: Die grosse Schwester oder der grosse Bruder erlebt mit dem eigenen Gesicht und dem eigenen Teddy ein Abenteuer, das nur ein grosses Geschwisterkind meistern kann. Lest es zusammen auf dem Sofa, während das Baby schläft – eine Viertelstunde, in der sich wieder alles um das grosse Kind dreht. Es eignet sich auch schön als Geschenk vom Baby beim ersten Treffen. Entdecke unsere Geschenke für werdende grosse Geschwister oder das Thema Grosse Geschwister.
Und wenn das jüngere Kind ein paar Jahre später ein Buch für sich haben möchte, können die Geschwister auch in den Geschichten des anderen mitspielen. Wie beide Kinder darin ihren Platz finden, erfährst du im Beitrag über Geschwister im selben Buch.
Wenn alles zu viel wird
Die meisten Geschwister finden in ihrem eigenen Tempo zueinander, oft in Momenten, die niemand hätte planen können: wenn das Baby zum ersten Mal sein grosses Geschwisterkind anlacht und niemand anderen. Wenn du dir aber Sorgen machst oder es dir schwerfällt, eine Bindung zum Baby aufzubauen oder für dein älteres Kind da zu sein, sprich frühzeitig mit jemandem darüber.
Deine Kinderarztpraxis, Hebamme oder Hausarztpraxis kann dir helfen, Unterstützung zu finden. Bei einem Schulkind kannst du dich auch an die Lehrkraft oder die Schulberatung wenden. Der schwedische Gesundheitsdienst 1177 bietet auf Schwedisch einen Überblick zum Thema Geschwister bekommen, der unter anderem auch Adoption und das Zusammenleben in einer neuen Familie behandelt.
Möchtest du sehen, wie ein fertiges Buch aussieht, bevor du dich entscheidest? Blättere in unseren Beispielbüchern.
Die nächste Geschichte könnte von deinem Kind handeln
Lade ein Foto oder eine Zeichnung deines Kindes hoch und wir gestalten eine illustrierte Geschichte, in der dein Kind die Hauptrolle spielt.
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Ein Foto oder eine Zeichnung
Dein Kind wird zur Hauptfigur – oder die Figur, die es gezeichnet hat. Geschwister, Oma und die Katze können auch mitmachen.
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Wähle, worum es geht
Wähle ein Thema, eine Botschaft und Dinge, die dein Kind mag. Was ihr euch gemeinsam ausgedacht habt, kannst du als Details hinzufügen.
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Lest sie noch heute Abend
Das E-Book ist in wenigen Minuten fertig und kostet CHF 6.90. Für CHF 34.90 mehr kannst du ein Hardcover-Buch dazu bestellen.



