Der Dezember ist voll, und für ein vierjähriges Kind kann das Warten auf Weihnachten sehr lang sein. Vorlesen nimmt den Trubel nicht weg, kann aber für einen ruhigen Tagesabschluss sorgen. Hier kommen Buchklassiker, eine Idee zum Herunterzählen mit dem eigenen Buch und ein paar ehrliche Worte über Abende, an denen das Lesen einfach ausfällt.
Wenn man vier ist, dauert das Warten lange
Für ein kleines Kind sind vier Wochen bis Heiligabend fast eine Ewigkeit. Ein Adventskalender macht die Zeit überschaubar: Jeden Tag lässt sich ein Türchen öffnen und nachzählen. Eine Geschichte am Abend kann etwas Ähnliches bewirken.
Und im Dezember ist nicht alles gemütlich. Da gibt es frühe Termine für Kita- oder Schulfeiern, letzte Besorgungen, übermüdete Kinder und genauso müde Erwachsene. Das Vorlesen muss nicht noch ein Punkt auf der Aufgabenliste sein. Zehn Minuten im Bett reichen, und oft sind sie ruhiger als der Rest des Tages.
Die Klassiker
„Der Schneemann“ von Raymond Briggs erschien 1978. Das Bilderbuch erzählt ohne Worte von einem Jungen, dessen Schneemann lebendig wird. Beim Umblättern könnt ihr die Geschichte gemeinsam erzählen. Sie ist ein bisschen traurig und sehr schön, und auf den Bildern gibt es viel zu entdecken.
In Sven Nordqvists „Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch“ sieht es erst so aus, als müsste Weihnachten für Pettersson und Findus ausfallen – bis die Nachbarn helfen. Astrid Lindgrens „Weihnachten in Bullerbü“ erzählt davon, wie die Kinder Plätzchen backen, den Baum holen und zusammen feiern. Beides sind Bücher, die man gern jedes Jahr wieder hervorholt.
Viele Bibliotheken stellen Anfang Dezember Weihnachtsbücher bereit. Leiht fünf aus und lasst euer Kind jeden Abend eines aussuchen. Rechnet damit, dass zehn Abende hintereinander dasselbe Buch gewinnt und ihr es lange vor Weihnachten auswendig könnt.
Noch mehr Bücher zum Entdecken
In „Der kleine Weihnachtsmann“ von Anu Stohner möchte der kleinste Weihnachtsmann endlich selbst Geschenke austragen. Die Bilder von Henrike Wilson machen das Buch auch für jüngere Kinder schön zum Anschauen. „Weihnachten im Stall“ von Astrid Lindgren und Harald Wiberg erzählt die Weihnachtsgeschichte mit stimmungsvollen Bildern und eignet sich für Kinder, die mehr über die Geschichte hinter dem Fest erfahren möchten.
Sitzen ein drei- und ein achtjähriges Kind zusammen auf dem Sofa, wählt ein Buch mit vielen Bildern für das jüngere und lasst das ältere eine Seite selbst lesen. Das ist oft eine gute Aufteilung: Das eine schaut, das andere kann zeigen, was es schon kann.
Jeden Abend eine Doppelseite bis Heiligabend
Das eigene Buch eures Kindes hat dreizehn Doppelseiten, mit Text auf der einen und einem ganzseitigen Bild auf der anderen Seite. Lest ihr ab dem 12. Dezember jeden Abend eine Doppelseite, seid ihr an Heiligabend fertig. Kleine Kinder hören natürlich oft genauso gern jeden Abend das ganze Buch.
Schenkt das Buch schon etwas vor Weihnachten, vielleicht als Überraschung im Advent. Erzählt uns beim Erstellen von euren eigenen Traditionen, damit sie Teil der Geschichte werden können: welche Plätzchen ihr backt, wer die Geschenke verteilt oder warum der Weihnachtsmann irgendwie immer wie der Onkel klingt. Im Abenteuer könnte euer Kind dem Weihnachtsmann helfen, seine verschwundene Liste zu finden, einen Laternenumzug im Dunkeln erleben oder eine kleine Wichteltür entdecken, die plötzlich an der Küchenfußleiste auftaucht. Weitere Ideen findet ihr unter Weihnachten, dem schwedischen Luciafest und Wichtel.
Bestellt das gebundene Buch spätestens am 2. Dezember, damit es rechtzeitig zu Heiligabend ankommt. Als E-Book könnt ihr das personalisierte Kinderbuch jederzeit verschenken.
Nach der Geschichte
Stellt eine Frage: Wer war am mutigsten? Was hättest du getan? Die Antwort besteht vielleicht nur aus einem Wort, oder sie bleibt ganz aus. Manchmal kommt sie erst drei Tage später am Frühstückstisch.
Euer Kind kann ein eigenes Bild zur Geschichte malen oder eines unserer Weihnachtsausmalbilder ausmalen. Hängt die Bilder an den Kühlschrank, dann wächst bis Weihnachten eine kleine Ausstellung.
Vorlesen und der Adventskalender
Für viele Familien gehört das Öffnen des Adventskalenders zum Warten auf Weihnachten – ob sich hinter den Türchen Bilder, Schokolade oder kleine Überraschungen verstecken. Das Vorlesen kann gut daneben Platz finden. Öffnet das Türchen und macht es euch später im Bett mit einem Buch gemütlich. Darüber zu sprechen, was morgen hinter dem Türchen stecken könnte, hilft beim Zur-Ruhe-Kommen.
Ist euer Kind von allem, was im Dezember passiert, zu aufgeregt für ein ganzes Buch, nehmt eine kürzere Geschichte. Eine Seite reicht. Wichtig ist die gemeinsame Zeit, nicht die Zahl der Seiten.
Die Abende, an denen niemand mehr kann
Es wird Abende ohne Geschichte geben. Das Kind schläft im Auto ein, jemand hat Fieber oder nach einer Weihnachtsfeier sind alle zu aufgedreht. Das ist nicht schlimm. Der Advent ist keine Prüfung, und ein ausgelassener Abend macht eine Tradition nicht kaputt.
An manchen Abenden kann euer Kind stattdessen selbst erzählen. Fragt, was in der Kita oder Schule passiert ist, oder lasst es sich ausdenken, was der Weihnachtsmann gerade macht. Das ist Geschichtenerzählen in die andere Richtung und braucht nicht einmal eine Lampe.
Wenn ihr die Hörbuchversion des Kinderbuchs habt, könnt ihr sie an solchen Abenden anhören. Sie lässt sich über den QR-Code auf der ersten Doppelseite starten. Mehr Ideen, wie das Vorlesen im Alltag Platz findet, gibt es in unserem Beitrag übers Vorlesen. Weitere festliche Anregungen findet ihr unter Weihnachtsgeschenke.
Möchtest du sehen, wie ein fertiges Buch aussieht, bevor du dich entscheidest? Blättere in unseren Beispielbüchern.
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